17. Juni 2018– 11. So. im Jahreskreis (Lesejahr B) 

 

 

1. Lesung:                  aus dem Buch Ezechiel / Ez 17, 22-24 

Ich mache den niedrigen Baum hoch

Im Jahr 587 v. Chr. wurde Jerusalem samt dem Tempel zerstört. Das war ein Gottesgericht. Ein großer Teil der Bevölkerung wurde nach Babel verschleppt. Aber Gott wird sich nach dem vollzogenen Gericht auch darin als Gott erweisen, dass er Rettung bringt. Er wird Israel wieder in seinem heimatlichen Boden einpflanzen, wie man den Ableger eines Baumes in den Boden einsetzt. Der Baum wird wachsen und blühen; die Völker sollen Gottes Macht und Größe erkennen. 

2. Lesung:                  aus dem 2. Brief an die Korinther / 2 Kor 5, 6-10 

Wir suchen unsere Ehre darin, dem Herrn zu gefallen

Jeder Mensch, auch der Apostel, steht vor dem Ereignis des eigenen Todes mit Spannung und nicht ohne Furcht. Im Licht des Glaubens verstehen wir dieses Ereignis als eine Rückkehr aus der Fremde in die Heimat, aus der Ferne in die Nähe. Aber auch so bleibt es für uns ein dunkles und schmerzliches Geschehen. Paulus hat den Tod nicht aus seinem Bewusstsein verdrängt; er hat ihn nüchtern in sein Leben eingebaut. Gerade das gab seinem Leben die klare Richtung und die große Spannkraft.

Evangelium:      aus dem Evangelium nach Markus / Mk 4, 26-34 

Das kleinste von allen Samenkörnern geht auf und wird größer als alle anderen Gewächse

Jesus hat vom Reich Gottes in Gleichnissen gesprochen. Sie zu verstehen ist nicht Sache einer besonderen Begabung, sondern des größeren Glaubens. Mit dem Gleichnis von der wachsenden Saat will Jesus uns sagen, dass wir keinen Grund haben zu verzagen, wenn wir vom verborgenen und geheimnisvollen Wachstum des Gottesreiches nicht viel sehen können. Am Tag der Ernte wird es offenbar werden. Das Gleichnis vom Senfkorn spricht vom machtvollen Handeln Gottes durch das anscheinend so schwache Wort des Evangeliums.

Jesus spricht vom Reich Gottes in Gleichnissen, und wir sollen nicht vorschnell denken, wir hätten alles verstanden. Jesus sagt nicht das, was wir schon wissen, das Selbstverständliche. Er sagt das Neue, das Unerwartete. Wir sollen begreifen, dass Gott anders ist, und anders handelt als die Menschen. Zugleich aber ist er so menschlich, dass, wer überhaupt etwas begriffen hat, sich sagen muss: Ja, so ist es, so muss es sein; das ist mir gesagt, ich muss es lernen.