8. Okt. 2017 – 27. So. im Jahreskreis (Lesejahr A) 

 

1. Lesung:                  aus dem Buch Jesaja / Jes 5, 1-7 

Der Weinberg des Herrn der Heere ist das Haus Israel

Wie eine Fabel oder ein Liebeslied beginnt die Rede des Propheten Jesaja. Erst am Schluss wird den erschreckten Zuhörern klar, um was es geht: um die Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel. Gott hat diesem Volk viel Sorge und Liebe zugewandt, aber Israel hat die Gaben missachtet. Soziale Missstände im Volk Gottes entehren Gott selbst. Auch für das Volk des Neuen Bundes ist die Rede des Propheten eine Warnung.

2. Lesung:                  aus dem Brief an die Philipper / Phil 4, 6-9 

Was ihr angenommen habt, das tut: und der Gott des Friedens wird mit euch sein

Sorgen aller Art hat der Christ ebenso wie andere Menschen. Er kann sie nicht einfach abschütteln, aber er kann sie vor Gott ausbreiten, dem nahen, lebendigen Gott. In der Nähe Gottes und in der Gemeinschaft mit Christus findet der Mensch die große Gelassenheit, die Freiheit, den Frieden. Und alles, was er tut, wird von innen her klar und gut.

Evangelium:      aus dem Evangelium nach Matthäus / Mt 21, 33-44 

Er wird den Weinberg an andere Winzer verpachten

Die Gottesherrschaft, die Jesus verkündet, ist ebenso wie der Gottesbund vom Sinai den Menschen als Gabe gewährt, für die sie nun verantwortlich sind. Wenn ein Volk oder ein Mensch sich nicht nach dem Willen Gottes richtet, wird ihm „das Reich Gottes weggenommen“. Das sagt Jesus nicht nur den Hohenpriestern und den Pharisäern; auch das neue Volk Gottes wird nach der gleichen Norm gerichtet; auf die Früchte wird es ankommen.

Die Christenheit, das neue Volk, das Gott sich aus Juden und Heiden geschaffen hat, ist es besser als das alte Israel? Es ist nicht besser, und es steht unter dem gleichen Gericht. Wo ist dann der Unterschied? Es wäre keiner, wäre nicht Christus gekommen, der Sohn, der getötet wurde und doch der Lebende ist. Die Liebe verpflichtet uns. Und immer bleiben wir Schuldner. 

 

„Ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt“(nach Joh 15, 16)


15. Okt. 2017 – 28. So. im Jahreskreis (Lesejahr A) 

 

1. Lesung:                  aus dem Buch Jesaja / Jes 25, 6-10a 

Der Herr wird für alle Völker ein Festmahl geben; er wird die Tränen abwischen von jedem Gesicht

Im Gericht über die widergöttlichen Mächte und in der Rettung der Erwählten offenbart Gott seine Herrlichkeit. Ein Bild der Freude über das Heil, das Gott schenken will, ist das Festmahl, zu dem er alle Völker einlädt. Alle Völker: auch die Heiden sind - zusammen mit dem Volk Israel - Mitbürger der Heiligen und Miterben derselben Verheißung.

2. Lesung:                  aus dem Brief an die Philipper / Phil 4, 12-14.19-20 

Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt

Der Apostel Paulus hat Wert darauf gelegt, von niemand abhängig zu sein, er hat aber die Hilfe der Gemeinde von Philippi angenommen. Sein Dank an die Spender ist Dank an Gott, der ihnen die Gnade des Schenkens gegeben hat. „MEIN Gott“ sagt Paulus hier, und das ist sein Geheimnis. In Not und Gefahr erfährt er die Macht und Liebe „seines“ Gottes.

Evangelium:      aus dem Evangelium nach Matthäus / Mt 22, 1-14 

Ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein!

Das Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl, anscheinend voller Rätsel und Widersprüche, spricht von Gottes Freigebigkeit und Geduld, aber auch von seinem Zorn über das Verhalten der Eingeladenen. Sie nehmen die Einladung nicht an, die Einladung zum Fest und zur Freude. Alles ist bereit, alles ist umsonst zu haben, aber eines ist notwendig: dass die Menschen die Gabe Gottes annehmen, darüber froh werden und dafür danken.

Alle Freude ist im Grunde nur Vorfreude, wie alle Schönheit ein Gleichnis ist: Abglanz des Bleibenden und Unterpfand der Hoffnung. Das festliche Mahl, das wir feiern, ist Zeichen und Anfang ewiger Freude. Und selbst im Leid lebt die Ahnung, dass eine liebende Hand einmal alle Tränen trocknen wird.

 

Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, Herr, wer könnte bestehen? Doch bei dir ist Vergebung.
(Ps 130 (129), 3-4 – heutiger Eröffnungsvers)